Bildung durch Begeisterung e.V.
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Laufende Projekte

WORKSHOP ZUR SELBSTVERTEIDIGUNG - ein interview mit gerrit

Simone: Hallo Gerrit, schön dass du da bist und mir ein paar Fragen zu deiner Projektidee beantwortest. Du möchtest gern einen Selbstbehauptungs- bzw. Selbstverteidungs-Workshop anbieten bzw. bietest diesen schon an und benötigst noch das nötige Kleingeld, um das Projekt zu vervollständigen. Bildung durch Begeisterung möchte dich hierbei gern unterstützen. Wie bist du eigentlich auf die Idee zu diesem Workshop gekommen?

 

Gerrit: Ich trainiere seit einigen Jahren Selbstverteidigung und habe an mir und an Trainingspartnern erfahren, wie Selbstvertrauen und Selbstsicherheit gestärkt wurden. Ich fand es faszinierend zu beobachten, wie Menschen ihre eigene Stärke entdeckt haben und ein Stück aufrechter gegangen sind – das war zumindest mein Eindruck. Diese Erfahrung möchte ich gern anderen Jugendlichen zuteilwerden lassen!

 

Simone: Warum ist dir das Thema so wichtig?

 

Gerrit: In gefährliche Situationen wie etwa eine Schlägerei kann grundsätzlich jeder geraten. Die Voraussetzung ist ja nicht, dass man selbst bewusst jemanden provoziert. Die wenigsten wissen in Solchen Momenten wie man sich verhalten sollte. Ganz klar ist die Antwort darauf zunächst einmal verbal zu deeskalieren, flüchten oder Hilfe zu suchen. Wenn solche Versuche scheitern, kommt es zu einer schwierigen Situation: ein Straßenkampf – eine sehr gefährliche Lage, die niemals fair ist und fast immer mit schweren Verletzungen einhergeht. Ich möchte Jugendlichen beibringen sich im Falle des Falles zu verteidigen und zu schützen. Den jungen Menschen soll es durch Sport, spielerische Elemente, Üben von Techniken und Zusammenarbeit möglich gemacht werden, sich auszuprobieren, eigenes Potenzial zu entdecken und nicht zuletzt viel Spaß zu haben.

 

Simone: An wen richtet sich der Workshop?

 

Gerrit: Mein Workshop ist für Jugendliche von 12-18 Jahren. Grundsätzlich ist die Altersgrenze nach oben hin offen. Für die Zukunft kann ich mir vorstellen einen ähnlichen Workshop auch für Erwachsene anzubieten.

 

Simone: Was sind bzw. sollten Workshop-Inhalte sein und wie sieht der Ablauf aus?

 

Gerrit: Anfänglich geht es um die verschiedenen Aspekte von Konflikten, die Opfertheorie und Möglichkeiten der Deeskalation. Hierbei sollen Antworten auf verschiedene Fragen gefunden werden, wie etwa: „Wie entstehen Konflikte?“, „Was kann ich tun, damit es nicht zum Konflikt kommt?“, „Welche Möglichkeiten gibt es, wenn man mich bedroht oder mir jemand Gewalt antun möchte?“ und „Wie reagiere ich nach einer Konfliktsituation?“.

Im weiteren Verlauf wird sich in Spielen, simulierten Gefahrensituationen und unter Anwendung verschiedener Techniken ausgepowert, wobei auch Limits ausgelotet und gedachte Grenzen überwunden werden können. Dazu verwende ich das Verteidigungssystem „Krav Maga“. Es ist sehr populär und geschätzt, da es auf hohe Praktikabilität Wert legt sowie durch die Auswahl von einfachen aber effektiven Techniken schnell erlernbar ist. Ein vorsichtiger sowie rücksichtsvoller Umgang mit den Trainingspartnern ist Voraussetzung im Workshop und wird streng überwacht. Es werden also im Training nicht nur Kraft, Bewegungen und Reflexe geschult, sondern auch soziales und respektvolles Umgehen mit dem Nächsten.

 

Simone: Was genau brauchst du, also welche Hilfsmittel, um einen Workshop durchzuführen?

 

Gerrit: Für den Teil der eher theoretischen Überlegung brauche ich Medien um Ergebnisse und Gedanken festzuhalten. Es müssten also Papier für eine Flipchart und Stifte gekauft werden. Außerdem wäre die Erstellung eines prägnanten Hand-Outs zu bezahlen.

Für den zweiten, aktiven Teil gilt, dass die Möglichkeiten steigen je mehr Material zur Verfügung steht. Grundvoraussetzung für einen Kurs für 20 Personen sind 10 Schlagpolster (Pratzen). Ideal wären außerdem Grappling-Handschuhe, Tiefschutz, Zahnschutz, Handpratzen und eine Full Self Defence Armour. Auch Schienbeinschoner, Messerattrappen (aus Schaumgummi), gepolsterte Schlagstöcke und Pistolenattrappen würden uns weiterhelfen.

 

Simone: Zahnschutz, Schlagstöcke, Messer- und Pistolenattrappen…das klingt ehrlich gesagt sehr brutal und für mich ganz und gar nicht nach dem vorrangigen Ziel des Deeskalierens und einem friedvollen Miteinander…

 

Gerrit: Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Aber gleichzeitig geht es um die realitätsnahe Simulation einer Konfliktsituation. In manchen Fällen reicht Reden nun einmal nicht und auch weglaufen ist nicht immer möglich. Wenn wir Jugendliche in der Selbstverteidigung schulen möchten, müssen wir sie auch darauf vorbereiten, dass jemand ein Messer oder gar eine Pistole ziehen könnte. Zum Glück kommt so etwas in der Realität selten vor, ist aber leider nicht auszuschließen. Und wenn man dann in solchen extremen Situationen richtig reagiert, kann man unter Umständen sein Leben oder das anderer retten.

 

Simone: Ich gehe davon aus, dass du nicht alleiniger Trainer in solchen Workshops bist wirst. Wer unterstützt dich bei der Durchführung?

 

Gerrit: Bei der Durchführung des Projekts kann ich mich auf die Unterstützung von, Helge Fünderich, Michi Büttner, Miriam Bereuther und Tobias Rothe zählen.

 

Simone: Habt ihr schon Erfahrungen gesammelt als Trainer bzw. in der Schulung junger Menschen in der Selbstverteidigung?

 

Gerrit: Wir haben bereits auf der Nordlicht-Freizeit  an Silvester und in mehreren Einheiten in der Apostelgemeinde in Kiel Selbstverteidigungskurse durchgeführt. Das hat allen Beteiligten viel Freude bereitet und ich würde behaupten, es gab einen großen „Aha-Effekt“ und die Jugendlichen haben eine Menge gelernt. Bisher haben wir nur positives Feedback erhalten.

 

Simone: Hast du eine konkrete Idee, wann der nächste Workshop durchgeführt werden soll?

 

Gerrit: Über Silvester findet wieder die Nordlicht-Freizeit statt. Da möchten wir gerne wieder einen Kurs anbieten. Wenn das Material bis dahin schon da wäre, wäre das klasse. Auch in der Apostelgemeinde in Kiel werde ich die nächsten Monate noch ein paar Einheiten geben und für die Nordpointfreizeit 2016 steht unser Selbstverteidigungs-Workshop schon fest im Programm.

LERNKREISEL

Die Anforderungen in der Schule sind hoch und immer mehr Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen nehmen Nachhilfe in Anspruch – sei es, weil die Versetzung gefährdet ist oder weil noch bessere Noten in einzelnen Fächern erreicht werden sollen. Gute Nachhilfe ist häufig mit hohen Kosten verbunden und nicht alle Eltern können ihre Kinder finanziell so unterstützen, wie sie es gerne möchten. Vier Jugendliche aus der Gemeinde Henstedt-Ulzburg – Annika Multusch (18), Leo Seyfart (17), Finn Petersen (17) und Malte Hobe (18) – haben sich überlegt, dass Nachhilfe nicht teuer sein muss und wollten die Chancengleichheit hinsichtlich der Bildung bei jungen Menschen fördern: der Lernkreisel wurde gegründet.

Schnell fanden sich etwa 12 Tutoren im Alter zwischen 16 und 18 Jahren, die ihr Wissen in ihren Lieblingsfächern weitergeben wollen. Voraussetzung für die Aufnahme als Tutor sind sehr gute Noten und Spaß am zu lehrenden Fach und Freude im Umgang mit Kindern und Gleichaltrigen. Der Lernkreisel richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 aller Schulformen. Unterrichtet wird in kleinen Gruppen, die nach Fach sortiert sind. Angeboten werden bisher folgende Fächer:
 

Sprachen:                                           Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Latein

Naturwissenschaften:                         Mathematik, Physik, Biologie, Chemie und Informatik

Gesellschaftswissenschaften:           Geschichte und Geographie

 

Der Lernkreisel ist kostenlos und die Anmeldung erfolgt einfach über lernkreisel@kirche-henstedt.de. Um die Kontinuität der Gruppen zu bewahren und entsprechendes Material vorbereiten zu können, wird darum gebeten, sich rechtzeitig an- und abzumelden.

Bildung durch Begeisterung International: Elimu ni uhai - Bildung ist Leben

Der Zugang zu Bildung ist nach wie vor weltweit sehr ungleich verteilt. Während viele Schüler in Deutschland sich dem Privileg freier Schulbildung nicht bewusst sind, bleibt in Tansania vielen Jugendlichen der Besuch einer weiterführenden Schule aus finanziellen Gründen verwehrt.

An diesem Ungleichgewicht setzt das Projekt an: Schulklassen in Deutschland übernehmen Patenschaften für Schüler in Tansania, ermöglichen diesen den Schulbesuch und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Das Interesse an der anderen Kultur soll im Zuge des Projektes geweckt werden. Dadurch profitieren die Schüler in beiden Ländern in vielerlei Hinsicht.

In Tansania
Das Projekt unterstützt tansanische Jugendliche, die nicht genügend Geld haben, um weiterführende Schulen zu besuchen. Durch die Patenschaft wird den Jugendlichen der Besuch der Sekundarschule finanziell ermöglicht. Eine gute Bildung ist nicht nur aus sich heraus erstrebenswert, gerade in Tansania bietet sie den Jugendlichen auch einen Weg aus der Armut und die Möglichkeit, später für sich und ihre Familien zu sorgen. Zugleich sind gut ausgebildete junge Erwachsene die Grundlage für die weitere Entwicklung ihres Landes.

Zum einen können sie für das Wohlergehen eines Landes wichtige Berufe ergreifen, wie zum Beispiel als Lehrer, Ärzte und Ingenieure. Zum anderen ist Bildung eine zentrale Grundlage für politische Partizipation.

Vor Ort kümmern sich Schwestern vom Orden der Missionary Sisters of our Lady of Africa um die Auswahl der Jugendlichen und stellen die direkte Verwendung des Geldes für die Bildung der Jugendlichen sicher. Die persönliche Bekanntschaft der tansanischen Schwestern mit der Projektleitung aus Deutschland fördert hierbei die schnelle und zweckmäßige Verwendung des Geldes sowie eine gute, unkomplizierte Verbindung zwischen beiden Projektländern. Zentraler Bestandteil des Projektes ist der Kontakt der Schüler untereinander. Die tansanischen Schüler schreiben Briefe an die Schulklassen in Deutschland und umgekehrt.

In Deutschland
Durch die Patenschaft können die Schüler in Deutschland lernen, Verantwortung für andere zu übernehmen, ein Bewusstsein für die ungleiche Verteilung von Ressourcen auf der Welt entwickeln und Bildung als Privileg begreifen lernen. Der Austausch mit den tansanischen Schülern fördert den interkulturellen Austausch und das globale Lernen. Nach Absprache veranstalten wir pro Halbjahr einen altersgerechten Projekttag zu verschiedenen Themen über Tansania (Land, Leben, Sprache, Kultur, Religion…) und diversen entwicklungspolitischen Themen.

Mit einer Patenschaft verpflichten sich die Schulklassen innerhalb eines Schuljahres den  erforderlichen Betrag zu überweisen. Eine Patenschaft geht mindestens über ein Jahr, idealerweise über 4 Jahre.

Wer wir sind
Wir sind eine Gruppe ehemaliger Freiwilliger, die einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst im Rahmen des weltwärts-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) absolvierten. 2009/10 nahmen wir an dem Programm Afrika3+9 des Caritasverbands für die Diözese Hildesheim e.V. teil. Neun Monate lebte und arbeitete jeder von uns in einer Schule, einem Kinderheim oder Krankenhaus in Tansania. So erhielten wir einen Einblick in das Leben und die Kultur. Der Einsatz hat dazu beigetragen, uns unserer Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen bewusst zu werden, und hat uns Anregung gegeben, über sinnvolle Maßnahmen der Entwicklungshilfe nachzudenken. Hieraus entstand das Projekt Elimu ni uhai -Bildung ist Leben. Nähere Informationen gibt es auf der Seite:
http://elimu-ni-uhai.jimdo.com.



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